Für 21 Millionen gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland begann das Jahr mit einer
Erhöhung des Zusatzbeitrags. Damit dürfte keineswegs Ruhe einkehren:
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verwies nun in einem Interview mit der Funke
Mediengruppe auf ein Defizit von 17 Milliarden Euro, das die Krankenkassen abtragen müssen.
Das werde zwar nicht allein durch Beitragserhöhungen geschehen, jedoch „lässt sich das nicht
vollständig vermeiden“, denn allein mit erhöhten Steuerzuschüssen und Rücklagenanpassungen sei der Fehlbetrag nicht auszugleichen.


An diesem hat die Corona-Pandemie zwar ihren Anteil, denn durch die vermehrte Kurzarbeit
und gestiegene Arbeitslosigkeit brachen Einnahmen weg, während andererseits Extrakosten
anfielen. Im Wesentlichen ist indes eine strukturelle Ausgabensteigerung verantwortlich,
nachdem der Leistungskatalog in den letzten Jahren ausgeweitet worden ist. Damit dürfte der
Saldo auch nach der Pandemie negativ bleiben. Hinzu kommen aktuell die gestiegenen
Pflegekosten, die ebenfalls einen Beitragszuschlag zur Folge haben dürften.