Der seit Ende 2015 schwelende Dieselskandal erstreckt sich auf immer höherpreisige
Fahrzeuge. Das lässt sich am durchschnittlichen Streitwert ablesen, der von damals 22.500 auf
mittlerweile 26.000 Euro angestiegen ist – zumindest in den Fällen, die von
Rechtsschutzversicherern begleitet werden. In dieser Entwicklung spiegelt sich die erst nach
und nach publik gewordene Verstrickung von Premiumherstellern wider.


Für die Rechtsschutzversicherer ist die Affäre um manipulierte Abgasreinigungssysteme das
kostspieligste Schadensereignis ihrer Geschichte: Bereits jetzt wurden mehr als 1,2 Milliarden
Euro für Gerichts-, Anwalts- und Gutachterkosten aufgewendet. Fast 400.000 Personen streiten
mit Versichererunterstützung gegen die Autokonzerne, weil diese sie – so der juristische
Vorwurf – vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt haben. Der Gesamtstreitwert beläuft sich auf
fast zehn Milliarden Euro. Ziel der Kläger ist im Allgemeinen die Rückabwicklung des
Kaufvertrags gegen volle Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung.